Montag, 23. Dezember 2013

Unfallverlauf muss zu Schäden passen: "So-Nicht-Unfall"

Der Kläger verlangt Schadensersatz wegen eines Verkehrsunfalls. Das Fahrzeug der Beklagten soll beim Links-Abbiegen auf einer mehrspurigen innerstädtischen Straße von der linken Fahrspur zu weit nach rechts auf die vom Kläger befahrene rechte Fahrspur geraten sein, dabei gegen die linke Seite des Klägerfahrzeugs gestoßen und dann an der linken Fahrzeugseite entlang geschrammt sein. Dieser Unfallhergang wird von den Parteien und Zeugen bestätigt und stimmt mit der polizeilichen Unfallaufnahme überein. Trotzdem erhält der Kläger keinen Schadensersatz. Das Landgericht Hagen und das Oberlandesgericht Hamm (Urteil v. 15.10.2013, 9 U 53/13, PM v. 19.12.2013) haben ein verkehrsunfallanalytisches Sachverständigengutachten eingeholt. Hieraus ergab sich, dass es zwar eine Kollision beider Fahrzeuge gegeben haben müsse, aber die Schäden am Klägerfahrzeug hätten nicht bei dem vom Kläger vorgetragenen Unfallgeschehen eintreten können, weil das Fahrzeug gestanden haben müsse und nicht bewegt worden sei, als es beschädigt wurde. Die Spuren ließen außerdem darauf schließen, dass einige Schäden nicht in einer Kurvenfahrt entstanden sein könnten. Da der vorgetragene Sachverhalt nicht den eingetretenen Schäden zuzuordnen war, wurde die Klage abgewiesen. Das Urteil des OLG Hamm wurde rechtskräftig.
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